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Acht Monate Programm zu 500 Jahren Fugger
in Kirchberg und Weißenhorn
AUGSBURG/WEISSENHORN/ILLERKIRCHBERG (pm.) Man stelle sich
das vor: Der bayerische Ministerpräsident will Bundeskanzler
werden und nimmt für Reise- und Wahlkampfkosten eine Hypothek
auf einen Teil des Landkreises Neu-Ulm auf. Heute undenkbar, vor
500 Jahren Realität: Weil der Habsburger Maximilian I. Kaiser
werden wollte, verpfändete er 1507 einen Landstrich südlich
von Ulm an seinen Augsburger Bankier Jakob Fugger. Deshalb nennt
sich das bayerische Weißenhorn heute „Fuggerstadt“,
im angrenzenden baden-württembergischen Illerkirchberg sitzen
noch immer Fugger auf Schloss Oberkirchberg. Eine ganze Region
rechts und links der Iller gedenkt deshalb ab 8. Juli mit einem
achtmonatigen Programm der 500. Wiederkehr des folgenreichen Grundstücksgeschäfts.
Die Veranstaltungsreihe „500 Jahre Fugger in Kirchberg und
Weißenhorn“ reicht vom Festgottesdienst bis zum Symposium,
von der Ausstellung bis zu Festakten, Konzerten, Führungen,
Fahrten und Vorträgen.
Man schrieb den 27. Juli 1507: An diesem Tag verpfändete der
deutsche König Maximilian I. die Grafschaft Kirchberg und die
Stadt Weißenhorn sowie die Herrschaften Wullenstetten, Pfaffenhofen
und Marstetten samt den dortigen Dörfern an seinen stets liquiden
Finanzier Jakob Fugger. Eigentlich hätte der Habsburger den
fruchtbaren Landstrich gerne bald wieder ausgelöst, doch was
ein Jakob Fugger in den Händen hatte, gab er nicht mehr her.
Auf Schloss Oberkirchberg sitzt noch heute eine Nachkommin seines
Bruders Georg – Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger – und
ihre letzten Rechte an der Stadt Weißenhorn verloren die Fugger
erst 1806. Bis dahin hatte die Familie längst den Landstrich
beiderseits der Iller südlich von Ulm maßgeblich geprägt.
Davon zeugen heute die Fuggerwappen in kleinen Dorfkirchen, von der
Familie erbaute imposante Kirchen und Schlösser und die Tatsache,
dass sich die bayerische Stadt Weißenhorn „Fuggerstadt“ nennt.
Die einzige Stadt im Besitz der Fugger profitierte vor allem im 16.
Jahrhundert von der Verbindung: So bekamen die Weißenhorner
zu ihrem Schloss noch ein zweites, hinter den bis heute weitgehend
erhaltenen Stadtmauern prägte man Fuggersches Geld, die Fugger
exportierten das Barchent der Weißenhorner Weber bis in die
Neue Welt.
Auch für die einst legendär reichen Fugger war der 27.
Juli 1507 ein höchst bedeutsamer Tag. Denn um das Territorium
an der Iller regieren zu können, benötigte Jakob Fugger
nach den jurististischen Gepflogenheiten der Zeit eine Standeserhebung: Maximilian
I. – selbsternannter Kaiser seit 1508 – machte ihn 1514
zum Grafen. In den folgenden hundert Jahren häuften Jakob Fugger
und seine Nachfolger Herrschaft auf Herrschaft und Landbesitz auf
Landbesitz: Rund hundert Dörfer sollten den Fuggern bis 1618
schließlich gehören, selbst im Elsass und in der heutigen
Slowakei besaßen sie Schlösser, Burgen und Ortschaften.
Die Nachfolger Jakob Fuggers stiegen in den Hochadel auf, wurden
Grafen und Fürsten, Feldherrn und Fürstbischöfe. Doch
am Anfang stand das Geschäft von 1507, weswegen sich schon seit
1535 jeder Fugger – heute die drei Familienlinien Fugger-Kirchberg,
Fugger von Glött und Fugger-Babenhausen – „von Kirchberg
und zu Weißenhorn“ nennen darf.
Die Oberkirchberger Schlossherrin Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger
und die Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration
in Augsburg, die bayerische Stadt Weißenhorn und die baden-württembergische
Gemeinde Illerkirchberg, die Volkshochschule im Landkreis Neu-Ulm,
das Weißenhorner Heimatmuseum, die Regio Augsburg Tourismus
GmbH und weitere Partner zwischen Augsburg und Ulm, Dillingen a.d.
Donau und dem Unterallgäu haben dem Anlass jetzt ein achtmonatiges
Programm gewidmet. Ein Festgottesdienst am 8. Juli beim Schloss Oberkirchberg
bildet den Auftakt, abgeschlossen wird die Veranstaltungsreihe mit
einem wissenschaftlichen Symposium zum Thema „Die Fugger und
das Reich“ am 27. und 28. Februar 2008 in Augsburg. Am 27.
Juli wird die Ausstellung „500 Jahre Fugger in Weißenhorn“ (28.
Juli bis 18. November 2007) mit einer Festveranstaltung der Stadt
Weißenhorn eröffnet. Exkursionen, Mehrtagesfahrten, Führungen
und Vorträge führen nicht nur in die einst Fuggerschen
Besitzungen im Ulmer Winkel, sondern auch in die Augsburger Fuggerei,
in die Unterallgäuer Fuggerschlösser in Babenhausen und
Kirchheim sowie bis zu den Schauplätzen Fuggerscher Bergbauaktivitäten
in Tirol.
Alle Informationen zu den (bislang) rund 30 Einzelveranstaltungen
im Rahmen des Festprogramms findet man – ständig aktualisiert – im
Web unter www.fugger.de sowie
auf den Websiten der beteiligten Partner. Broschüren mit dem
Programm und weitere Informationen erhält man unter anderem
bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH (www.augsburg-tourismus.de),
bei der Stadt Weißenhorn (www.weissenhorn.de)
beim Weißenhorner Heimatmuseum (www.weissenhorner-heimatmuseum.de)
und bei der Volkshochschule im Landkreis Neu-Ulm (www.vhs-neu-ulm.de).
Evtl. Rückfragen bitte an die
context medien und verlag GbR, Augsburg
Martin Kluger
Telefon 08 21/31 31 62 oder
Telefon 08 21/34 32 22-13
E-Mail: info@context-mv.de
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen
context medien und verlag
Martin Kluger
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