Pressemitteilung

Kult und Kommerz – Sonderausstellung in der Fuggerei eröffnet

500. Todestag von Jakob Fugger: Stimmen der Geschichte und der Gegenwart

Mit einer feierlichen Eröffnung in der Leonhardskapelle der Fuggerei startete am 17. September 2025 die Sonderausstellung „Kult und Kommerz. Jakob Fugger im kollektiven Gedächtnis“. Sie ist ein zentraler Programmpunkt im Gedenkjahr, das die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen anlässlich des 500. Todestages von Jakob Fugger unter dem Motto „Lebendiges Erbe“ gestalten.

Jakob Fugger im Spiegel der Jahrhunderte

Die Ausstellung beleuchtet die wechselvolle Deutungsgeschichte des berühmten Kaufmanns, Stifters und Bankiers. Schon zu Lebzeiten gleichermaßen bewundert wie kritisiert, wandelten sich die Sichtweisen auf Jakob Fugger immer wieder. Besucherinnen und Besucher erleben, wie sich das Bild des „Reichen Fugger“ über die Jahrhunderte fortgeschrieben hat – bis in unsere Gegenwart hinein. Maria Theresia Gräfin Fugger von Glött, Senioratsmitglied der Fuggerschen Stiftungen, erklärte in ihrer Eröffnungsrede: „Jakob Fugger war ein visionärer Geschäftsmann und Handelsherr, ein tiefgläubiger Mensch seiner Zeit und jemand, dem die Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl wichtig war. Sein Einfluss reicht weit über seine Zeit hinaus. Mit der Fuggerei und ihren Stiftungen hat er eine damals moderne Idee verwirklicht, die bis heute lebt und uns inspiriert.“

Fünf Stimmen aus der Fuggerei

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung sind die Stimmen der heutigen Fuggerei-Bewohnerinnen und -Bewohner. Sie geben ein persönliches Bild davon, wie Jakob Fuggers Stiftungsidee bis heute wirkt. Viele beschreiben ihn als schwer greifbar – geheimnisvoll und doch wertvoll für die Gegenwart. Bewohnerin Cornelia Offinger formuliert es so: „Er bleibt für mich geheimnisvoll – Wohltäter und Ehrenmann zugleich. Einstein sagte einmal: Es geht nicht darum, erfolgreich zu sein, sondern wertvoll. Genau das hat Jakob Fugger erfüllt, wie ich finde.“

Kooperation mit der moritzkirche

Die Ausstellung setzt auch auf künstlerische Zugänge. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit der moritzkirche Augsburg. Die Verbindung ist historisch gewachsen: St. Moritz war Jakob Fuggers Hauskirche. Mit der von ihm gestifteten Predikaturstiftung sicherte er sich dort das Recht, den Prediger zu bestimmen – ein Privileg, das bis heute fortbesteht. Vor diesem Hintergrund präsentiert die Künstlerin Stefanie Kraut, kuratiert von Michael Grau (moritzkirche), ihre Arbeit „auf der anderen Seite“. Inspiriert von Gesprächen mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie performativen Aktionen setzt sie sich mit der Fuggerei als Ort von Beständigkeit und Veränderung auseinander. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Geschichte, Erinnerung und Gegenwart.

Gedenkjahr 2025/26 – Lebendiges Erbe

Das Jubiläumsjahr bietet ein facettenreiches Programm, um das Wirken Jakob Fuggers neu zu entdecken. Neben der Ausstellung zählen dazu u.a. thematische Führungen, eine wissenschaftliche Tagung, ein Gedenkgottesdienst am 30. Dezember 2025 sowie künstlerische und musikalische Formate in Augsburg und Umgebung. Mehr Informationen unter www.fugger.de